Am Lake Manyara

Sind von Dodoma zum Lake Manyara gefahren, ca. 400 km, unspektakuläre Fahrt. Durch sehr schöne Landschaften und 2 super Pässe, die, wenn es sie in Europa gäbe meistbefahren wären

Unsere Lodge ist wieder umwerfend, sie liegt inmitten einer von Tieren umgebener Landschaft, vor der Terrasse laufen in 5 m Entfernung Gnus, Zebras, Giraffen, Wasserschweine und Anderes vorbei. 200 m dahinter beginnt der See.

Auch ist hier alles well organized, es gibt um 13:00 Mittagessen, dann Tee Time um 16:00 und den Sundowner um 18:00 natürlich mit Snacks und ab 19:30 Abendessen bei Kerzenschein auf der Terrasse, schon toll, aber kalorientechnisch eine Katastrophe.

Alle sind sehr freundlich und zuvorkommend, alle Getränke sind im Preis inkludiert, auch der Gin Tonic und der Wein. Das trifft sich gut, da saufen wir wieder alles rein und die hohen Preise relativieren sich (etwas).

ABER, die Lodge ist viel größer und gut erreichbar im Vergleich zu der im Ruahapark. Der internationale Flughafen Kilimanjaro liegt nur 2 Autostunden entfernt und es sind nur Reisegruppen, wenn auch kleine (2-6 Personen) da, fast alles Amis und Engländer, ein paar Österreicher (Wiener natürlich) und vereinzelt andere Nationalitäten. Es läuft hauptsächlich so, dass man sich bei solchen Reisen schon daheim einen Fahrer mit Jeep – oder etwas günstiger mit Minibus – und die Unterkünfte bucht, der einen dann durchs Land fährt.

Das Essen ist auch sehr gut, wir fühlen uns sehr wohl hier.

Gestern haben wir einen Spaziergang (Bush Walk) mit einem Massai zum See unternommen, war sehr nett, es waren auch noch Amis mit dabei aus New York, wohl keine Trump Wähler, die fahren jedes Jahr nach Bayreuth und Salzburg zu den Festspielen.

Heute haben wir dann eine Privatsafari gebucht, um den Tarangire Park nochmals anzuschauen. Das war unser erster große Park damals. Leider der Guide war sehr schlecht, sprach kaum Englisch und wußte nicht viel über Fauna und Flora. Der Park ist auch nicht soooo toll, aber es gibt reichlich Elefanten , ca. 18.000.

Unsere bescheidene Hütte

Auf die Schuhe achten, das sind Autoreifen vorne oben mit Perlen verziert

Chinesische Ente
Elefant mit Loch im Ohr

Zwischenbilanz

Wir sind gut zum Lake Manyara gekommen, das meiste ist gefahren.

Krankheiten:

Bertl: Ein kaputtes Knie muss operiert werden, sobald saubere Skalpelle verfügbar sind, eine Nagelbett Entzündung linker Ringfinger Verlauf leicht, rechter Mittelfinger Nagelbett Entzündung Verlauf unbekannt, da noch andauert

Irmi: ein paar Hitzewimmerl.

Motorrad: was für ein Motorrad, was das alles aushält, die 1000 Schläge über die schlechten Straßen über Stock und Stein, es ist total sandig und dreckig, aber es fährt und fährt, es springt ohne zu mucken an, und was die Stoßdämpfer angeht der Hammer, wir sind mit ca. 200 kg inkl. allem unterwegs knapp unterhalb der maximalen Zuladung und ich hab bestimmt schon 1000 speedbumps überfahren müssen, trotz sehr langsamer Fahrweise gehst der Dämpfer jedesmal fast auf Anschlag. Ich nenne es den Land Cruiser des Motorrads, denn was der Toyota aushält ist unfassbar, die meisten Game Drive Autos sind Toyotas.

Wetter: Immer Sonne mal leicht bewölkt, 36° Mittags, in der Früh 24° . Heute sind wir über einen Pass gefahren, da waren es gerade 22°, fast haben wir gefroren. Wir sind noch kein einziges mal nass geworden in Afrika, bei den gigantischen Regenfällen am Anfang saßen wir ja gemütlich in der CoffeeLodge.

Lage: sehr gut

Stimmung: sehr gut

Bier: gut

Zurück in die Zivilisation

Haben den Rest vom Tag mit Faulenzen verbracht.

Das Abendessen wurde dann mitten im Busch serviert, wieder ganz super schön, gleich am Anfang konnte man einen Drink nehmen, um ihn dann am Lagerfeuer zu genießen.

Das Essen ist außergewöhnlich gut, ich esse sogar Sachen, die ich sonst nie essen würde (z.B. Indische oder Arabische Gerichte). Es sind auch wieder die Amis da und Irmi kann es sich nicht verkneifen, beim Platznehmen den Mann zu fragen, möchten Sie an der Stirnseite des Tisches Platz nehmen, weil America First, haben sie ziemlich blöd geschaut, aber deren Problem, gute Aktion. Er hat es auch nicht übel genommen, da er stolz Irmi anschließend seine Vogelbestimmungsapp gezeigt hat.

In der Früh schnell was gefrühstückt und zurück zum Gate, Moppet startklar machen und los geht es.

Der Weg ist lang und zurück kommt er mir noch schlechter vor und plötzlich kreuzt eine Schlange die Straße, zu spät zum Bremsen, ich gebe lieber Gas und überfahre sie. Am rechten Schuh spüre ich was, die wollte mich beißen, aber dank Motorad Stiefel made in Italy kann sie mir nichts anhaben. Keine Ahnung, welche das war. Sie war geschätzt 2,5 m lang und schwarz mit eher kleinem Kopf und mitteldick, so 5-8 cm.

Nachdem ich sie im vorderen Drittel erwischt habe wird sie es überleben. Nur wenn man den Kopf überfährt, ist es schlecht für sie.

Unser Zwischenhalt ist Dodoma, ein Nest im Nirgendwo (aber aus irgendeinem Grund die Hauptstadt Tansanias) es sind 500km zu fahren, was aber ganz gut geht, da wenig Verkehr ist.

Wir sind um 16:00 da und haben das beste Hotel gebucht, sah in Internet ganz gut aus und nannte sich auch New Dodoma Hotel , aber weit gefehlt, so eine scheiß Grusleburg, dafür teuer.

Ich beschließe, nur das Notwendigste auszupacken und alles für Morgen herzurichtenden, um das Etablissement sofort verlassen zu können.

Gehe sofort in den Innenhof, der mit exotischen Blumen und Bäumen bepflanzt und ganz nett ist, und beschließe, mir das Zimmer schön zu trinken bestelle Bier……….

Die Bar im Bush
Tisch im Bush
Sonnenaufgang vom Bett aus

Hochzeiten im Dodoma Hotel

2. Tag Mwagusi Lodge

Schon wieder 5:50 Wecken, um 6:20 fahren wir zur Ranger Station und nehmen zwei Bewaffnete mit, denn wir machen eine Walking Safari mitten unter den wilden Tieren.

Wir werden nun eingewiesen:

– Nicht laut sprechen

– Immer in Reihe hinter dem Guide gehen

– Auf seine Zeichen achten

– Und das wichtigste: wenn ein Löwe oder ein Hippo plötzlich dastehen, nicht weglaufen (sie sind sowieso schneller)

Wir gehen los am wunderschönen Ruaha River und hören in der Ferne schon die Hippos grunzen, unterwegs spricht der Guide über Geologie, Pflanzen und wofür sie gut sind, irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass unsere Pharmaindustrie uns verscheissert, denn wenn der Guide recht habt, dann wächst immer ein Kraut gegen jede Krankheit.

Wir kommen dann ganz nah die Hippos ran und überall sind Krokodile. An einem Hippo Pool sind ungefähr 5 Hippos zu sehen, als wir näher kommen, erschrecken sie, kommen sie aus dem Wasser und rennen davon. Es sind mindestens 20 in dem Pool, der so groß ist wie ein kleines Schwimmbad, wo die wohl alle waren…..

Es ist sehr beschaulich hier, wir sehen sogar eine Schlange eine grüne spotted boomslang (giftig), perfekt getarnt zwischen den grünen Blättern eines Strauches. Natürlich sehen wir sie erst, als der Guide genau beschreibt, wo sie gerade hängt.

Nach 2,5 Stunden sind wir am Ziel. Das Auto wartete schon am Pcknickaussichtsplatz, der Fahrer hat in der Zwischenzeit ein Frühstück zubereitet. Zurück in der Lodge ruhen wir uns aus, heute ist mal faulenzen angesagt, es hat bestimmt 40° , es ist wahnsinnig heiß.

Morgen noch mal die 100 km Schotter, wir beten, dass es nicht regnet……

Unser Guide und der Mann mit dem Schießgewehr
Hippo Spuren

1. Tag Mwagusi Lodge

Die Lodge ist der Hammer, sie liegt in mitten im Nirgendwo.

Es gibt keinen Zaum und auch keine Türe im Zimmer der kleinen Häuser, die ein Strohdach haben und innen als Zelt gestaltet sind. Wir werden, sobald es dunkel ist, mit Eskorte begleitet. Der Ranger meinte, wir sollen die Schuhe mit nach innen nehmen da sonst die Hyänen die Schuhe fressen.

Unser „Schlafzelt“ hat ca. 20 qm, der Vorraum mit Terrasse ca. 30qm und das Bad Ankleide ungefähr 10qm.

Zuerst wird man an ein Lagerfeuer gebracht, wo man einen Sundowner zu sich nimmt, Irmi hatte einen Gin Tonic ich ein Kili (Abk. für Kilimandscharo Bier)

Außer uns waren noch 3 Amerikaner aus New Jersey da.

Anschließend wird man zu Tisch gebeten, wo es ein wirklich sehr gutes Essen gibt. Die Unterhaltungen drehen sich darum, wer man ist, wo man herkommt und hingeht. Immer wenn die Leute erfahren, dass wir mit dem Motorrad unterwegs sind, sind alle ganz baff und wollen die ganze Geschichte hören, die haben wir wohl schon 50 mal erzählt😄

Am Morgen geht es zum Game Drive, d.h. um 5:50 aufstehen, es wird einem Tee und Gebäck zum Zimmer gebracht und um 6:30 ist Aufbruch.

Der Ruaha Park ist wirklich schön und sehr abgelegen, man trifft kaum andere Safari Autos, es ist der größte und älteste Park, er wurde schon 1964 gegründet und es sind auf nur 20% öffentlich zu befahren. Unser Guide ist sehr nett, spricht gut Englisch und weiß alles über Fauna und Flora. Wir erfahren, dass die Ausbildung zum Ranger 5 Jahre dauert.

Der Morning Drive dauerte 4 Stunden, dann gibt es Lunch, sehr gute Küche mit fantasievollen Salaten (schmeckt auch dem überzeugten Fleischfresser), kurz ausruhen und um 16:00 Nachmittags Game Drive.

Sind dann um 19:00 wieder da, schnell duschen und schon werden wir zum Abendessen abgeholt, diesmal wurde am Fluss und einer Sandbank gedeckt direkt am Lagerfeuer und aussen herum wurden überall Lampions verteilt, was zwar kitschig, aber trotzdem wunderbar ist. Wir sind dann so müde, dass wir schon um 22:00 ins Bett gehen

Tee Time

Auf Safari

Auf zur Mwagusi Lodge

So jetzt haben unsere schlimmste Fahrt vor uns, 450 km davon 350 auf dem TamZam Highway, dann noch 100 km zum Park. Letzterer soll laut Trudi, die ich nach der road condition gefragt habe, bad tarret, also schlechter Teer sein, für eine GS wohl kein Problem.

Nach den ersten 5 km ein umgestürzter Baum, Straße gesperrt, toll finden aber Dank der Einheimischen eine Umfahrung, alles sehr schlammig geht aber gut.

Durch Mbeya durch kann man kaum überholen, da der Teer an den Rändern so aufgeworfen ist, dass ich gar nicht drüber komme, der Verkehr scheint wohl nicht so dicht zu sein, wie befürchtet, da heute Feiertag ist.

Der Highway ist wie immer, 1000 speedbumps, sind aber freundlicherweise alle ausgeschildert, so ist die Chance groß, keinen zu übersehen. Und natürlich ist vor jedem Kaff Polizeikontrolle, aber wir winken und die Polizisten fleißig zurück und lassen uns in Ruhe.

Und natürlich wird trotz Gegenverkehr überholt, das schärfste war an einer Steigung, da sind drei LKW nebeneinander im Schritttempo den Berg hochgefahren; die haben komplett alles dicht gemacht, ich habe gerade noch so am Rand vorbei können, ein Auto hätte es nicht mehr gekonnt.

An der besagten Abfahrt zum Ruaha Park ging es mit Teer weiter wie angekündigt, wir haben dann im Schatten telefonisch unsere Kommen angekündigt, denn wir mussten ja am Gate abgeholt werden. Die Lodgemitarbeiterin fragt am Telefon, ob wir in Iringa, der Provinzhauptstadt abgeholt werden wollen, es seien noch 100 km für die man 2,5 Stunden braucht. Das kommt uns merkwürdig vor, wir sagen, wir fahren selber zum Gate.

Nach 5 km war kein Teer mehr da, Mist, da waren auch Baumaschinen zu Gange, die alles aufgerissen haben. Wenn es da regnet, wird alles zu Schlamm und wir kommen dann keine 2 m mehr weit. Apropos Regen, es hat keinen Tropfen geregnet und mittlerweile 36°.

Wir haben also wieder angerufen, um doch einen Shuttle zu organisieren. Die Lodgemitarbeiterin sagt, ja kein Problem kostet 600 $ hin und zurück, wir haben 3x nachgefragt, ob wir richtig gehört haben, wir haben.

Wir entschließen uns, doch selbst zu fahren. Die ersten 50km gingen so, Schlaglöcher en Masse und man musste aufpassen, nicht in den Graben zu fahren.

Dann 10 km übelste Rüttelpiste, die kaum zu fahren war. Schnell zu fahren, wäre besser gewesen. Das ging aber nicht, da die Straße in einem sehr schlechten Zustand war. Lieber 15 min länger brauchen, als im Graben zu liegen.

Dann noch mal ein paar km Tiefsand im absoluten Outback.

Noch 30km und wir waren am Gate, Halleluja.

Wir wurden sofort von einem Stamm Massai umringt, der 1000 Fotos von mir und unserm Moppet machten, ich konnte keines machen, da Irmi mein Handy mitgenommen hatte, während sie den Parkeintritt plus Steuern etc. bezahlt hat (432 $ für 3 Tage!)

Nach ein paar Minuten kam auch schon der Lodge Transport, ich verstaute das Moppet nahe dem Gateoffice und wir fuhren los. Die Lodge war nochmals 1 Stunde vom Gate entfernt.

So das waren jetzt 450 km in 11Stunden, und jetzt ein, besser zwei Bier.

Ende erledigt. Tod….

Straße vom Nirgendwo…..
Straße ins Nirgendwo….
Motorrad am Gate untergestellt beim Office vom Wachpersonal, ist sicher